
Sonntag, 10.08.2025 - 14:45 Uhr
Vor ihrem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft und dem Master in „Klang & Realität“ in Düsseldorf studierte Antonia Alessia Virginia Beeskow zunächst Archäologie – und auch ihre künstlerische Herangehensweise beim Stück „„Ecce, sigh! Siren calls… still, I feel the same“ ist archäologisch: Sie gräbt sich durch die Schichten ihrer Festplatte, fördert längst Vergessenes zutage und arrangiert die akustischen Bruchstücke zu einem neuen Ganzen, zu einem akusmatischen Kadaver, wie sie es nennt.
Das Stück wurde 2024 mit dem Karl-Sczuka-Förderpreis ausgezeichnet.
Begründung der Jury: „Den Karl-Sczuka Förderpreis 2024 erhält die Produktion "Ecce, sigh! Siren calls... still, I feel the same" von Antonia Alessia Virginia Beeskow. In ihrer künstlerischen Praxis unternimmt Beeskow eine archäologische Expedition in akustische Archive des Alltags. Souverän entwirft sie einen offenen Hörraum, in dem traditionelle Kategorien von Bedeutung, Werk und Autorschaft spielerisch unterlaufen werden.“
Über ihre Herangehensweise schreibt sie: "Mein Zugriff auf Komposition und Musik ist ein assoziativer. Ich lasse mich davon beeinflussen und leiten, was mich af› ziert und im Schnitt interessiert, berührt. In diesem Stück ist der Laut des Affekts ‚ Ecce! — dem Laut der Entspannung bzw. Refiektion und Resignation‚ sigh! —(‚ seufz!—) entgegen gestellt. Was berührt ohne direkt etwas auszudrücken? Kann ich ohne Sprache etwas sagen? Was hören wir, wenn wir zuhören? Und in welcher räumlich-zeitlichen Dimension be› nden wir uns? Ist es ein Moment oder eine Erinnerung? Vielleicht, eine Beobachtung der Klangartefakte, die beiläu› g aufgenommen und dennoch nicht vergessen werden.
Produziert für Radiophrenia Glasgow 2024 in Kooperation mit Kunstradio Ö1
Erstausstrahlung: 25.08.2023 / 27.08.2023
Konzept, Produktion: Antonia Alessia Virginia Beeskow